Feldküche am Dachstein
Juli 2016
In Krippenbrunn am Dachstein, 1552 ü.M. findet 2016 die Feldküche statt.
Vom Blogpost: Das Mundwerk, Melanie Limbeck:
Die erste Köchin, die am Samstag für über 45 Gäste und Crew kochte, war die 23-jährige Vorarlbergerin Milena Broger. Es verlangt schon ordentlich Mut, Geschick und Ideenreichtum ein so umfangreiches Menü in dieser Höhe ohne eingespieltes Küchenteam und jegliche Vorbereitungen zuzubereiten. Nebenbei noch all die Mitwirkenden mit herrlichem Mittagessen zu verwöhnen und immer gut drauf zu sein. Außerdem hat Milena sich trotz der doch professionell ausgestatteten Küche im Haupthaus der Natur als Küche bedient, nämlich indem die Rehschlögel, Zwiebel und Rüben mit Unterstützung ihres Bruders Konrad, im Erdloch zubereitet wurden, Butter auf der Feuerstelle geräuchert wurde und frisch gefangene Waldameisen frittiert wurden und als Würze auf den gegarten Rüben dienten. Die Leidenschaft für gutes Essen und originelle Zubereitungsvarianten haben Konrad und Milena eindeutig gemeinsam und schon am Freitag Nachmittag wurde das Erdloch ausgehoben und angeheizt, welches dann am Samstag als Backofen für die Hirschschlögel und Rüben diente. Gebettet auf Zirbenästen wurden dann schon früh am Morgen die Schlögel hineingelegt und fürsorglich unter der frischen Walderde begraben. Hier ruhten sie auch bis zum Abend, als die ersten Gäste, die sich auf der Website der Feldküche für dieses Abenteuer anmelden konnten, ankamen und ihre Hütten bezogen. Begrüßt wurden die Gäste mit frischen Brötchen, wofür ich frisch am Morgen das Sauerteig-Wurzelbrot gebacken habe, belegt mit Wildfleischsalat und Hüttenkäse mit Brennnesseln. Auf einem ehemaligen Tennisplatz wurde die wunderbare Tafel der Feldküche, mittlerweile schon Synonym für unglaubliche Geschmackserlebnisse an originellen Plätzen, aufgebaut und glücklicherweise konnten die Gäste hier auch die ersten drei Gänge genießen, ehe wir von spannendem Wetter überrascht wurden. Als nächsten Gang an der Tafel gab es marinierte Reinanke und Saibling mit Gerste und Bergthymian, worauf die vorher schon angekündigten Rüben im Erdloch, Waldameisen, Joghurt, Ume (japanische Pflaume) und Blüten folgten. Das mit Waldbier gekochte Rehragout mit Dörrbirnen und Kaiserschmarren passte perfekt zur kuscheligen Stimmung in der warmen Stube und der darauf folgende Hirschschlegel mit Wirsing und geräucherter Butter sorgte für tobenden Applaus, sodass die Fenstergläser klirrten. Den süßen Ausklang machte der cremige Maisgrieß mit Blütenpollen-Creme fraîche Parfait. Dieser Tag war für mich etwas ganz Einzigartiges, da ich zum ersten Mal tatsächlich von Beginn der Vorbereitungen bis zum letzten Gang mit in der Küche war und Milena und Konrad nicht nur über die Schulter schauen durfte, sondern auch selbst mitwirken und lernen konnte. Ein Dreamteam die beiden, ganz “bsundrige Menschen”, wie ichs im gelernten Vorarlberger Dialekt gerne sage.